Musizieren, Dirigieren, „Zsommhuckn“
Das war die Tiroler Bläserwoche 2026: Vom 13. bis 17. Juli verwandelte sich der Grillhof in Vill in einen klingenden Treffpunkt.
Musik verbindet – und genau das war bei der Tiroler Bläserwoche 2026 wieder eindrucksvoll zu erleben. Mehr als 80 musikbegeisterte Teilnehmer:innen im Alter von 12 bis 72 Jahren verbrachten eine intensive Woche am Bildungsinstitut Grillhof. Von früh bis spät wurde gemeinsam musiziert, dirigiert, gelernt und gelacht. Täglich standen Proben, Registerunterricht, Ensemblespiel und Fortbildungen auf dem Programm. Mindestens genauso wichtig wie die musikalische Arbeit waren jedoch die Begegnungen und das Miteinander, die die Tiroler Bläserwoche seit vielen Jahren auszeichnet.
Wie sich die Woche anfühlt, zeigt folgender Tagebucheintrag einer Teilnehmerin, der Einblick in die drei Kurse Musizieren, Dirigieren und Einstieg in die Dirigierwelt gibt.
| Liebes Tagebuch!
9 Uhr. Der Stimmton A eröffnet die Orchesterprobe. Unser Dirigent merkt schnell, dass der gestrige Abend beim gemeinsamen „Zsommhuckn“ wohl etwas länger gedauert hat – wobei er selbst nicht gerade zu den Frühschläfern gehörte. Nach dem Mittagessen (Suppe, Polenta, Fleisch und Topfenpudding – alles, was das Herz begehrt) wird im Register für den internen Abend geprobt. Tango und Jazz mit der Oboe? Warum nicht! Nach weiteren Proben klingt der Tag beim Volleyball, Public Viewing und schließlich mit Volksmusik, Blasmusik und einer „Zugin“ gemütlich aus. Im Dirigierkurs bei Philipp Kufner stehen Schlagtechnik, Probendidaktik und Literaturauswahl im Mittelpunkt. Auch der Umgang mit den „gewissen“ Musikant:innen, die unserem Taktstock manchmal nicht ganz folgen wollten, wird thematisiert. Danach folgt die praktische Umsetzung: Während ein Teil des Kurses das große Blasorchester dirigiert, arbeiten die anderen mit Holz- und Blechbläserensembles. Theorie und Praxix gingen dabei Hand in Hand. Im Kurs „Einstieg in die Dirigierwelt“ sitzen die Schlagmuster eins bis sechs bereits sicher. Gerhard Guggenbichler vermittelt mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Kapellmeister wertvolles Praxiswissen. Drei Schnuppergäste bringen zusätzlich frischen Wind in den Kurs und sammeln erste Erfahrungen am Dirigentenpult – für manche steht der nächste Kursbesuch bereits fest. geschrieben von Katharina Rief |
Die Tagebucheinträge zeigen, wie vielfältig die Tiroler Bläserwoche ist. Ob im großen Symphonischen Blasorchester, im Dirigierkurs oder beim Einstieg in die Welt des Dirigierens – überall wurde mit großer Begeisterung gearbeitet, ausprobiert und voneinander gelernt. Ein besonderer Dank gilt allen Referent:innen, die mit fachlicher Kompetenz, Geduld und Begeisterung diese Woche ermöglicht haben, sowie dem Team des Bildungsinstituts Grillhof für die Gastfreundschaft und die ausgezeichnete Verpflegung.
Den krönenden Abschluss bildete das Konzert im Rahmen der Innsbrucker Promenadenkonzerte. Vor begeistertem Publikum präsentierten die Musiker:innen das in dieser Woche Erarbeitete auf höchstem Niveau.
Die Tiroler Bläserwoche 2026 hat damit einmal mehr bewiesen, dass Blasmusik weit mehr ist als gemeinsames Musizieren – sie ist Begegnung, Weiterbildung, Freundschaft und Gemeinschaft. Oder wie man in Tirol sagt: Musizieren, Dirigieren und vor allem „Zsommhuckn“.
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Nächste Tiroler Bläserwoche: 12. – 16. Juli 2027
Dirigent: Gregor Kovačič
