„Über Grenzen durch die Musik zusammenfinden“
Jubiläum für das Euregio-Jugendblasorchester: Zum 10. Mal konzertierten die Musiker:innen nach einer Probenwoche in allen drei Landesteilen

Fotonachweis: Max Verdoes
Rund 50 junge Musiker:innen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino trafen sich vom 18. bis 25. Juli in Toblach, um beim Euregio-Jugendblasorchester gemeinsam ein Konzertprogramm zu erarbeiten. Seit zehn Jahren bringt das Projekt junge Blasmusiktalente zwischen 16 und 30 Jahren aus den drei Landesteilen zusammen und bietet ihnen die Möglichkeit, Erfahrungen im sinfonischen Blasorchester zu sammeln. In Register- und Tuttiproben ging es für die Musikant:innen nicht nur um technische Perfektion, sondern vor allem um gegenseitiges Zuhören und gemeinsames Gestalten. Zwischen den Proben blieb Zeit für Gespräche, gemeinsames Musizieren und neue Freundschaften – über Sprach- und Landesgrenzen hinweg.
Drei Landesteile – drei Dirigenten
Ein besonderes Merkmal des Euregio-Jugendblasorchesters ist die Zusammenarbeit mit drei Dirigenten. Dieses Modell entspricht dem Grundgedanken der Euregio: Drei Landesteile bringen ihre Erfahrungen und Traditionen ein und gestalten gemeinsam etwas Neues. 2026 lag die musikalische Leitung in den Händen von Franco Puliafito (Trentino), Michael Vikoler (Südtirol) und Lukas Hofmann (Tirol).
Mit Werken von Jean Sibelius, Tobias Psaier, Jan Van der Roost, Thomas Doss, Hermann Pallhuber und Otto M. Schwarz spannte das Programm einen Bogen von sinfonischer Tradition bis zur zeitgenössischen Blasmusik. Passend zum Jahresmotto „Europa in Bewegung“ griffen die Werke Themen wie Aufbruch, Begegnung und Wandel auf.
Drei Abschlusskonzerte
Am Ende der Projektwoche präsentierte das Euregio-Jugendblasorchester sein Programm bei drei Konzerten: Der Auftakt erfolgte im Teatro Capovolto in Trient, anschließend gastierte das Orchester im Gustav-Mahler-Saal in Toblach und den Abschluss bildete der Auftritt im Rahmen der Innsbrucker Promenadenkonzerte im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg. Die Konzerte machten hörbar, wie aus vielen einzelnen Stimmen innerhalb weniger Tage ein eingespieltes Orchester geworden war.
„Ich habe viele andere Kulturen kennengelernt. Es ist ein richtig bäriger Zusammenhalt, weil wir aus Südtirol, Trentino und Tirol sind“, erzählt Emma aus Südtirol. Martina aus dem Trentino ergänzt: „Das Schöne an diesem Orchester ist, dass wir alle vereint sind durch die Musik.“ Für Michael aus Tirol bleibt vor allem die gemeinsame Probenzeit in Erinnerung: „Wir haben sehr viel geprobt und eine tolle Woche hinter uns.“
